Physiotherapie André Handwerg

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü

Schmerz

Gesundheits-Info

Schmerz

Schmerz ist eine häufige Plage.
Besonders am Bewegungsapparat macht er vielen zu schaffen.
Beispielsweise hat jeder zweite Deutsche Rückenschmerzen –zumindest hin und wieder.
Mehr als ein Drittel des Heilmittelbudgets wird allein für Kreuzbeschwerden ausgegeben.
Hinzu kommen die Kosten für die Schmerztherapie in den anderen Strukturen des Bewegungssystems.

Schmerz ist lebensnotwendig. Er wahrt die Unversehrtheit des Organismus. Er löst Alarmreaktionen aus und bewirkt, dass sich der Mensch aus der Gefahrenzone bringt oder sich schont, bis Verletzungen geheilt sind. Ausserdem brennt sich Schmerz ins Gedächtnis ein, damit man sich den gleichen Gefahren nicht wieder aussetzt (z.B. eine heisse Herdplatte anfassen). Akuter Schmerz hat also Warnfunktion.

Alle Menschen verfügen über spezielle Sensoren, die eine so hohe Schwelle haben, dass sie nur durch gewebsschädigende oder bedrohende Reize erregt werden. Ihre Erregung löst in der Regel Schmerzen aus.

Die Signale von den erregten Schmerzsensoren werden dem Gehirn zugeleitet. Im einfachsten Fall geschieht dies über drei Nervenbahnen. Die primäre Nervenbahn endet an Nervenzellen im sogenannten Hinterhorns des Rückenmarks. Von hier werden die Signale über die im Rückenmark aufsteigende Vorderseitenstrangbahn (Tractus spinothalamicus) zum Thalamus weitergeleitet. Der Thalamus oder Sehhügel ist das „Tor zum Bewusstsein“ oder auch die Sammelstelle der Sinnessysteme. Hier geschieht die letzte Umschaltung zur Grosshirnrinde (Cortex), wo im Bereich der hinteren Zentralwindung, der Körperfühlsphäre (Gyrus postzentralis) der Schmerz wahrgenommen wird.

Der Mensch nimmt wahr, wo es weh tut und welcher Art der Schmerz ist: Es gibt den Körperschmerz als Oberflächenschmerz von der Haut oder Tiefenschmerz aus Muskeln, Gelenken, Knochen oder Bindegewebe Zum anderen gibt es den Eingeweideschmerz bei rascher Dehnung oder starken Anspannungen der Hohlorgane.

Stösst man sich den Kopf, reibt man an der Stelle und hat das Ereignis schnell vergessen. Denn akuter Schmerz ohne grösseren Gewebeschaden vergeht in der Regel kurz nach dem Ende des Reizes. Doch wenn die Verletzung schwerer ist, ist der Schmerz kein Warnsignal mehr, sondern meldet tatsächlichen Gewebeschaden. Wer eine Getränkekiste falsch in den Kofferraum hebt erleidet im ungünstigsten Fall einen „Hexenschuss“. Er kann sich fortan kaum bewegen – im verletzten Gewebe kommt es zu einer Entzündungsreaktion. Durch die Entzündung gerät die Chemie im betroffenen Gewebe in Unordnung, wodurch die Schmerzsensoren noch empfindlicher werden. Sie entladen sich bereits bei Reizen, die normalerweise keine Reaktion hervorrufen, und feuern häufiger – der Patient reagiert stärker auf Schmerzreize.

In dieser entzündlichen Phase helfen Ruhe, entzündungshemmende Medikamente und Elektrotherapie. Lymphdrainage bringt vermutlich die Chemie wieder in Ordnung und regt eventuell die Ausschüttung körpereigener  Opoide (zentral wirksame Schmerzmittel) an. Ausserdem kann man mit schmerzfreien Bewegungen erreichen, das  Nerven stimuliert werden, dessen Signale das Rückenmark schneller erreichen als die Schmerzsignale. So kann die Weiterleitung der Schmerzsignale blockiert werden, der Schmerz wird überdeckt. Wichtig ist, dass der Patient seine Beweglichkeit erhält, damit es nicht durch Schonung zu weiteren Schäden und Schmerzen kommt. Hinzu kommen Übungen für den Krafterhalt und regelmässiges Gehen oder Fahrradfahren sollte in den Tagesablauf integriert werden.

Egal mit welcher Therapie – der Schmerz muss bekämpft werden, ehe er ins Schmerzgedächtniss einbrennt und somit chronisch wird. Durch anhaltenden Schmerz kommt es zu Änderungen im zentralen Nervensystem, wodurch der Patient jede Bewegung, Haltung oder Berührung als Schmerz wahrnimmt, obwohl die ursprüngliche Verletzung schon geheilt ist.

Lässt Schmerz sich trotz aller Mühe nicht ausmerzen, muss der Patient lernen mit dem Schmerz zu leben. Denn auch mit Schmerz ist Leistung möglich und das Leben lebenswert.


 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü