Physiotherapie André Handwerg

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Gleichgewicht

Gesundheits-Info

Gleichgewicht

Das vermutlich wichtigste Ergebnis der letzten Jahre ist die auch transkulturell gesicherte Erkenntnis, dass ein Training der Muskelkraft und Balance in allen Altersgruppen, also auch bis ins höchste Alter, möglich und durchführbar ist. Die gegenwärtigen Bemühungen zielen darauf ab, den optimalen Zeitpunkt, die Mindestdauer und nötige Intensität des Trainings zu ermitteln. Vor allen medikamentösen Therapien steht die Einbindung in ein Bewegungsprogramm. In der Gruppe der bereits hilfsbedürftigen Patienten sollten gezielte Kraft- und Balancetrainingsprogramme durchgeführt werden. Die Muskelkraft muss trainiert werden, damit funktionell wirksame Ziele erreicht werden. Empfohlen wird ein Training mit Einsatz von Kraftmaschinen, dass mindestens zwei Mal pro Woche durchgeführt wird. Die Wirkung nimmt am stärksten in den ersten drei Monaten zu.

Gleichgewicht - was ist das?
Das Gleichgewicht beschreibt die Fähigkeit des Körpers, in jeder Position (z. B. freier Sitz, Stand) oder Aktion (z. B. Gehen, Laufen), eine ruhige aufrechte Haltung und zielgerichtete Bewegungen zu ermöglichen. Diese Fähigkeit ist im Alter oft eingeschränkt. Anzeichen von Gleichgewichtsstörungen sind der Schwindel und unsicheres Gehen.
Die Ursachen sind neben neurologischen und durchblutungsbedingten Erkrankungen gerade bei älteren Menschen oft in der Inaktivität zu suchen. Der Körper des Menschen passt sich an die an ihn gestellten Erfordernisse an. Diese Anpassungsvorgänge werden durch Training (Reize auf das Nerv/Muskel System) hervorgerufen. Das ist das Prinzip, das im Sport und auch in der Rehabilitation zu Verbesserungen der Leistungsfähigkeit führt. Umgekehrt kommt es bei Inaktivität zur Verschlechterung der Leistungsfähigkeit.

Wie funktioniert das Gleichgewichtssystem?
Unser Körper hat mehrere Wahrnehmungssysteme, deren Informationen im Gehirn und Rückenmark zusammenlaufen und die Grundlage der Gleichgewichtsfähigkeit darstellen.

Ein Wahrnehmungssystem ist unser Auge. Es informiert uns über die Stellung des Körpers im Raum. Wichtig dabei ist das Erkennen des Horizontes und die Unterscheidung von "oben" und "unten". Die Bedeutung unserer Augen für das Gleichgewicht können wir leicht testen, indem wir unsere Augen schließen. Der freie Stand wird unsicher und noch schwerer fällt uns das Gehen.

Ein anderes Wahrnehmungssystem ist das Gleichgewichtsorgan im Innenohr. Es informiert über Drehbewegungen und Beschleunigungen des Körpers.

Das dritte System liefert viele verschiedene Informationen aus unserem Körper: Der Tastsinn informiert uns z. B. über den Druck an den Fußsohlen. Messfühler in den Muskeln lassen uns den Spannungszustand in der Muskulatur spüren. Über Nervenfühler in den Gelenken werden wir über deren Stellung informiert, sogar wenn wir nicht hinschauen. Im zentralen Nervensystem (Rückenmark, Gehirn) werden alle Informationen verarbeitet. Als Reaktion wird dann die Muskulatur so eingesetzt, dass wir das Gleichgewicht aufrechterhalten können.

Wie verändert sich das Gleichgewichtssystem im Alter?

Im freien Stand sind geringe Schwankungen auch bei jungen und gesunden Menschen durchaus normal. Diesen leichten Schwankungen wird dann im Fußgelenk sofort entgegengesteuert, so dass ein Sturz ausbleibt. Ältere Menschen können im Fußgelenk nicht mehr so effektiv gegensteuern und regulieren die Ausgleichbewegungen über kleine Hüftbewegungen.
Bei größeren Schwankungen wird bei jüngeren gesunden Menschen durch einen schnellen (Ausfall-Schritt der Sturz abgewendet. Bei älteren Menschen kommt dieser Schritt oft zu spät oder die Kraft reicht nicht aus, um einen Sturz zu verhindern.
Durch gleichzeitiges Anspannen von Beuge- und Streckmuskulatur versuchen ältere Menschen die Stabilität ihrer Gliedmaßen zu erhöhen, werden dadurch aber auch unbeweglicher. Neben einer schlechteren Sehfähigkeit, sind im Alter auch eine verlangsamte Übermittlung der Wahrnehmung
(z. B. des Bodens) für das schlechtere Gleichgewicht verantwortlich. Weiterhin ist die geschwächte Muskulatur nicht mehr in der Lage, den Körper im Gleichgewicht zu halten.
Ein schlechtes Gleichgewicht im Alter ist oft die Folge eines passiven Lebensstils. Solange Sie noch sehr aktiv sind, werden Sie selten Probleme mit dem Gleichgewicht bekommen. Aber auch wenn Sie noch aktiv sind und Ihre Wohnung täglich verlassen, ist ein vorbeugendes Gleichgewichtstraining ratsam. Das Gleichgewicht ist genauso, wie die Kraft und die Ausdauer trainierbar.
Kraft

Was passiert mit meinen Muskeln, wenn ich älter werde?
Muskeln wachsen vor allem bis ins frühe Erwachsenenalter. Bedingt durch den Alterungsprozess, aber auch durch einen passiven Lebensstil, verlieren die meisten Erwachsenen 20 - 40 % ihrer Muskelmasse bis zum achtzigsten Lebensjahr. Die Muskelfasern schrumpfen oder verschwinden und werden durch Fett oder Bindegewebe ersetzt. Sie sind dann schlechter durch die Signale des Nervensystems erregbar und ermüden schneller, weil sie die nötige Energie für die Muskelarbeit nicht in ausreichendem Maße bereitstellen können. Die Energiespeicher der Muskulatur sind verkleinert. Auch die Fähigkeit, Sauerstoff aus dem Blut aufzunehmen ist vermindert. Als Ergebnis sind die Muskeln der meisten älteren Menschen kleiner, schwächer und schneller ermüdet. Noch ist nicht klar, warum all diese Veränderungen auftreten, aber es ist erwiesen, dass viele dieser Veränderungen nicht die Folge des Alterns selbst sind, sondernd das Resultat einer verminderten Aktivität. Durch Krafttraining können wir unsere Mobilität im Alter erhalten und verbessern. Unsere Lebenszeit wird dadurch nicht verlängert, aber wir erhalten uns länger unsere Selbständigkeit - und können aktive Sturzprophylaxe ausüben.

Kann ich auch zu Hause ein Krafttraining durchführen?

Die meisten Menschen haben noch nie darüber nachgedacht, ob ein Krafttraining für sie in Frage kommt. Man denkt an Bodybuilder, große Trainingshallen, schwere Gewichtshanteln und teure Kraftmaschinen. Inzwischen gibt es aber auch tragbare Trainingsmittel, die es bequem und kostengünstig ermöglichen, in der angenehmen Umgebung der eigenen vier Wände zu trainieren. Man benötigt einen sicher stehenden Stuhl mit einer stabilen Sitzfläche. Dieser sollte groß genug sein, so dass der ganze Oberschenkel aufliegt, wenn man aufrecht sitzt. Die Rückenlehne sollte so hoch sein, dass sie Ihre Taille erreicht, wenn Sie dahinterstehen. Als einfaches Trainingsgerät haben sich Gewichtsmanschetten und Hanteln bewährt, die zwischen 500 Gramm und 5 Kilogramm in ihrem Gewicht veränderbar sind.
Krafttraining sollte unbedingt bei chronischen Erkrankungen mit dem Hausarzt abgestimmt werden, daher präsentieren wir an dieser Stelle keine Übungen für zu Hause - sondern verweisen zuerst auf das Gespräch mit dem Arzt.

 
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