Physiotherapie André Handwerg

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Elektrotherapie

Therapie

Elektrotherapie

Bereits die Ägypter bedienten sich, wie der römische Leibarzt des Kaisers Claudius, Scribonius Largus berichtete, der Elektrizität von Fischen, um schmerzhafte Erscheinungen der Gicht zu lindern.
Aber erst im 18. Jahrhundert war die technische Entwicklung soweit fortgeschritten, dass elektrischer Strom für eine kurzzeitige Analgesie (Aufhebung des Schmerzgefühls) eingesetzt werden konnte. Sie wurde erstmals im Jahre 1850 in den USA von Dr. Oliver erfolgreich angewandt.
Das Aufkommen der volatilen Narkosemittel verdrängte jedoch dieses Verfahren zunächst. Erst die Schmerzforschung der 60er Jahre und speziell die Gate-Control-Theorie weckte erneut das Interesse der elektrischen Schmerztherapie. Nach dem dieses neue Verfahren 1967  erstmals Anklang und dauerhafte Erfolge in den USA präsentierte wurde es über Skandinavien in Deutschland eingeführt.

Inzwischen hat die TENS-Therapie in nahezu allen schmerztherapeutischen Institutionen Eingang gefunden und wird in naher Zukunft viele Medikamente teilweise oder sogar vollkommen ersetzen können.

Schmerzen – wie, warum und wo entstehen sie?

In Deutschland leben ca. 7 Millionen Menschen, die an ständigen oder regelmäßigen Schmerzzuständen leiden. Schmerz ist ein sinnvolles Warnsignal des Körpers, um sich vor Schäden bewahren zu können. Die Schmerzimpulse werden von Schmerzrezeptoren („Fühler/Empfänger“) aufgenommen und über verschiedene afferente (zum Zentralnervensystem führende) Nervenbahnen zur Großhirnrinde weitergeleitet, und erst dort werden sie „bewusst“. Diese Nervenbahnen bestehen sowohl aus dünnen wie auch aus dickeren Nervenfasern, wobei diese unterschiedlichen Leistungsgeschwindigkeiten haben und auch für unterschiedliche Empfindungen zuständig sind. Die dünnen und langsam leitenden Nervenfasern übermitteln die Schmerzsignale. Die dicken, schnell leitenden Nervenfasern hingegen die Berührungen und Vibrationen, so genannte taktile Reize. Die verschiedenen Leistungsgeschwindigkeiten waren auch der Grundstein zur Entwicklung der Gate-Control-Theorie durch Dr. Melzack und Dr. Wall (1965). Sie fanden heraus, dass die Stimulation der dicken Nervenfasern (z.B. über Berührung, Vibration, usw.) die Weiterleitung des Schmerzes über die dünnen Nervenbahnen verhindern kann. Schmerzen haben jedoch meist ihren Sinn verloren, wenn sie lang anhaltend oder immer wiederkehrend sind. Die Ursachen von Schmerzen sind genauso vielfältig wie die Orte wo sei entstehen können. Vielfach half bisher nur der Griff zu Tablette mit ihren zahlreichen Nebenwirkungen. Eine Erfolg versprechende, biologisch verträgliche Möglichkeit zur Schmerzbekämpfung bietet TENS – und das ohne lästige Nebenwirkungen.

Wirkungsweg der TENS – Therapie
1. Endorphinausschüttung im Hirnstamm und Zwischenhirn                             
Die intensive Reizung von langsam leitenden Schmerzfasern, die dünnen Nervenfasern, aktiviert über die aufsteigenden Nervenbahnen die zentralen schmerzhemmenden Systeme, wodurch innerhalb von etwa 20-30 Min. eine anhaltende Schmerzlinderung eintritt.

2. Aktivierung der körpereigenen schmerzhemmenden Systeme               
Durch von außen erzeugte Berührungsimpulse werden Schmerzen gelindert oder ganz unterdrückt. (= modifizierte Gate Control Theorie)    

3. Erzeugung eines Magnetfeldes                                                                     
Jeder Aktionsstrom im menschlichen Körper bildet ein magnetisches Kraftfeld von geringer Stärke, das die Heilwirkung unterstützen kann.


 
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