Physiotherapie André Handwerg

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Das Knie

Gesundheits-Info

Kein anderes Gelenk ist solch enormen Kräften ausgesetzt wie das Kniegelenk. Unabhängig von seiner Stellung nimmt es das gesamte Körpergewicht auf und ermöglicht komplizierte Bewegungsabläufe.

DAS KNIE:
genial konstruiert

Man denke nur an die Fußball Profis: noch die kleinste ihrer Bewegungen wird vom Knie abgefangen und unterstützt – ermöglicht durch eine geniale Konstruktion der Natur.

PERFEKTES ZUSAMMENSPIEL
Die Gelenkflächen aller beteiligten Knochen sind dreidimensional ausgerichtet, so dass sie sich Bewegungsumfang und ­art perfekt anpassen können. Zusammen mit dem Gelenkknorpel -- eine optimale Spezialform des Bindegewebes -- ermöglichen sie die Aufnahme enormer Druck­ und Scherkräfte. Ein weiteres Spezialgewebe -- der Faserknorpel -- bildet Belagsscheiben ähnliche Strukturen: die Menisken. Sie wirken ganz entscheidend an der Bewegungsführung der beteiligten Knochen mit. Besondere straffe Bandstrukturen wie das vordere und hintere Kreuz­ und Seitenband führen und überwachen den Bewegungsumfang der Knochen im Kniegelenk. Sie tragen-- intakt -- ganzwesentlich zu seiner Stabilität bei. Mit einem dünnen Film aus der Flüssigkeit der Gelenkhaut ist der Gelenkflächenknorpel in der Lage, reibungsfrei die beteiligten Knochen im Kniegelenk gleiten zu lassen. Von einer festen Gelenkkapsel umgeben, weist das Kniegelenk eine erstaunliche mechanische Stabilität auf. Neben Ober­ und
Unterschenkelknochen bildet ein weiterer speziell den funktionellen Bedürfnissen angepasster Knochen -- die Kniescheibe -- das Gelenk vollständig aus. Neben der reinen mechanischen Schutzfunktion des Kniegelenks gegen frontale Gewalteinwirkung dient die Kniescheibe als Koordinierungs­ und Stabilisierungselement mächtiger Sehnen der Oberschenkelmuskulatur über dem Kniegelenk.
Im diagnostischen Alltag haben es die Ärzte in der Regel mit vielen unterschiedlichen Erkrankungsmechanismen des Kniegelenkes zu tun. Doch sie haben alle das Potenzial zur Degeneration (Abnützung) des Kniegelenks. Ob nun Verletzungen, Missbildungen (die häufiger nicht erkannt werden), Entzündungsfolgen oder Über­ wie Fehlbelastung -- alle Erkrankungsursachen führen zur Beschädigung einzelner mechanischer Elemente des Kniegelenks. Da das Gelenk unter einer enormen Dauerlast steht, sind die geschädigten Elemente (Meniskus, Knorpel oder Bänder) durch ihre Vorschädigung nicht mehr auseichend gegen die gewaltigen Kräfte geschützt und werden fortlaufend weiter zerstört. Am Ende steht ein deformierender Abnützungsprozess, der letztendlich zu großen Schmerzen und zur massiven Bewegungseinschränkung führt. Solchen Patienten kann in der Regel nur durch eine Knieprothese ein schmerzfreies, bewegliches Leben zurückgegeben werden.

SPORTVERLETZUNGEN
Eine Sondergruppe der Knieerkrankungen stellen Sportverletzungen dar. Wegen ihrer Breitenwirkung sind dabei der Fußball im Sommer sowie das Skifahren im Winter Hauptverursacher von Kniegelenksverletzungen. An erster Stelle stehen Ab­ und Einrisse des vorderen Kreuz­ sowie des Innenbandes. Die Verletzung und Funktionseinschränkung führt zu strategischen Defiziten der Schutzfunktion gegen atypische Bewegungseinstellungen oder Überlastungen im Knie, denn vernarbte Bänder sind nicht mehr so belastbar. Das Knie wird instabil, eine Erfahrung, die auch viele Hobbysportler kennen. An zweiter Stelle stehen im Verletzungsfall Schädigungen oder Einrisse des Meniskus (meistens innen) wie auch der empfindlichen Knorpelgelenkflächen. Diese Verletzungen sind gefürchtet, denn dann wird in der Regel ein operativer Eingriff, eine Arthroskopie, notwendig, um die gröbsten Defekte zu beseitigen. Außerdem ist die Schädigung dieser empfindlichen und wichtigen Kniebinnenbestandteile zwangsläufig Auslöser einer vorzeitigen Arthrose mit allen Folgeerscheinungen.

ARTHROSE
Arthrosen des Kniegelenkes können auch ohne direkte Verursachung in der
zweiten Lebenshälfte auftreten. Häufig sind sie Folge einer jahrelangen Fehlbelastung, beispielsweise bei Fliesenlegern. Die im Rahmen einer Arthrose oft auftretenden Gelenkergüsse sind Gift für die übrigen Binnenbestandteile des Kniegelenks. Durch die andauernde Wirkung der vermehrten Gelenkflüssigkeit werden insbesondere der Gelenkknorpel und die Menisken angegriffen. Sie reißen dann auch bei Bagatellanlässen ein.

MODERNE DIAGNOSTIK
Heute ist bei der Abklärung von Kniegelenksbeschwerden die Kernspintomographie (MR) Methode der Wahl. Sie ersetzt das Verfahren der Arthrographie, bei dem ein Kontrastmittel in das Gelenk eingespritzt wird, und die Kniegelenkspiegelung, die ''diagnostische Arthroskopie``. Mit dieser Methode können ohne belastenden Eingriff die meisten diagnostischen Probleme bei veränderten Kniegelenkstrukturen aus­
reichend sicher geklärt werden.


 
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