Physiotherapie André Handwerg

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Bewegung+Seele

Gesundheits-Info

Bewegung - gut für die Seele

Wenn es ein Medikament gäbe, das eine so umfassende Wirkung wie das Laufen hätte, wäre es wahrscheinlich unbezahlbar. Die Liste der körperlichen Erkrankungen, die Sport – z.B. regelmässiges Laufen – verhindern oder lindern kann, erscheint endlos. Sport schützt vor Schlaganfall und koronarer Herzkrankheit, ebenso vor Diabetes. Patienten mit stabiler chronischer Herzinsuffizienz profitieren davon genauso wie Patienten mit Brustkrebs. Menschen, die sich nicht bewegen, wird öfter die Gallenblase entfernt und sie erkranken häufiger an Dickdarmkrebs als sportliche Altersgenossen. Bei Frauen mit Osteoporose erhöht sich die Knochendichte und bei Männern mit Raucherbeinen wirkt regelmässiges Training wie eine körpereigene Stammzellentherapie: in den kranken Unterschenkeln spriessen neue Gefässe.

Laufen als Antidepressivum
Besonders zu Patienten mit Depressionen existieren mittlerweile gesicherte Erkenntnisse: Regelmässiges Joggen lindert depressive Symptome, und Menschen, die regelmässig laufen, haben ein geringeres Risiko an einer Depression zu erkranken.
Gegen Schlafstörungen, Angst und Stress
Neben depressiven Symptomen interessierte sich die Wissenschaft für eine Reihe weiterer psychischer Veränderungen. So konnte nachgewiesen werden, dass Läufer deutlich besser schlafen. Eine andere Studie zeigte, das, je ausgeprägter der Widerwillen gegen sportliche Aktivitäten war, desto häufiger erkrankten die Probanden an einer Panikstörung. Und Joggen hilft bei Stressbewältigung genauso gut, wie das ausgeklügelte „Anti-Stressprogramm“.

Sport als Gedankenstopper

Wenn jemand sich entschliesst zu laufen, dann ist er selbst aktiv. Er ist nicht mehr ein Objekt, mit dem etwas geschieht – sei es durch Ärzte, Therapeuten oder durch die äusseren Umstände  -, sondern er handelt eigenverantwortlich. Das stärkt das Selbstbewusstsein. Jedes Mal, wenn der Laufanfänger sein Laufpensum erreicht hat, verliert er Versagensängste. Auch, wenn es nur zwei Minuten Laufen sind – es ist immer ein tolles Gefühl, etwas zu schaffen, was man sich vorher nicht zugetraut hat. Durch diese Erfolge reduzieren sich auch andere Ängste des Patienten, die mit dem laufen gar nichts zu tun haben müssen. Während dem Laufen beschäftigen sich die Läufer so intensiv mit ihrem Körper, dass für andere,  negative Gedanken kaum Zeit bleibt: Patienten hören auf zu Grübeln, es kommt zum sogenannten „Gedankenstopp“. Sie spüren Muskeln, Gelenke, ihre Atmung und den Herzschlag sehr intensiv. Mit der Zeit entwickeln sie so ein sehr ausgeprägtes Körpergefühl. Hinzu kommt: Nach einer Anspannung sind die Muskeln in der Regel entspannter als zuvor. Hat man seinen Lauf beendet fühlt man sich gelöst und entspannt.

Sport im Alter
Amerikanische Altersforscher beobachteten 66 Senioren über viereinhalb Jahre. Alle Versuchsteilnehmer waren zu Beginn der Studie über 85 Jahre alt und erfreuten sich bester Gesundheit. Die Ergebnisse zeigten, dass Frauen, die weniger als  vier Stunden pro Woche körperlich aktiv waren fünfmal so häufig eine verminderte  geistige Leistungsfähigkeit aufwiesen wie ihre aktiveren Altersgenossen. Bei Männern war der Effekt nicht ganz so ausgeprägt. Andere Studien zeigen, dass mit regelmässiger sportlicher Aktivität – im mittleren wie auch im hohen Alter – das Risiko für eine Demenzerkrankung abnimmt. Für eine Gesellschaft, die so stark altert wie unsere, ist dies eine wichtige Erkenntnis.

Sport ist nicht gleich Sport

Bisher haben Wissenschaftler vor allem untersucht, wie sogenannte dynamische aerobe Ausdauerleistungen auf die Psyche wirken, besonders das Laufen. Laut Definition soll dabei mehr als ein Sechstel  der Muskulatur mit einer Intensität von weniger als 70 Prozent dynamisch beansprucht werden. Zu anderen Ausdauersportarten, wie Skilanglauf, Schwimmen, Radfahren oder Rudern, existieren weniger aussagekräftige Daten. Forscher vermuten aber, dass ihre Effekte ähnlich sind. Dagegen weisen einige Untersuchungen darauf hin, dass statische und anaerobe Leistungen  nicht zu denselben positiven Ergebnissen führen. Welche Bewegungsform am effektivsten ist und wie oft und wie intensiv sie genau ausgeführt werden solle, ist noch weitgehend unklar. Meistens trainierten die Teilnehmer in den Versuchen drei- bis fünfmal pro Woche zwanzig bis sechzig Minuten.


 
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